Automobilproduktion
bei OPEL Rüsselsheim 19.05.2004
19.-23.04.2004
Und, 48 Reiseteilnehmer
erlebten OPEL Live in Rüsselsheim. Hier wird der VECTRA in allen Varianten
für die weltweite Vermarktung gebaut - in Australien unter der Marke
Holden, in Großbritannien mit dem Namen Vauxhall.

Dass
1862 alles einmal mit der Produktion von Nähmaschinen (1 Million Stück)
und Fahrrädern (2,5 Millionen Stück) angefangen hat, wusste keiner
von uns. Auch Motorräder und Kühlschränke waren im Programm. Dies
alles konnten wir in einem Oldtimer-Museum bewundern - u.a. den Opel
Kapitän, den legendären Opel "Blitz" und den Manta (aber ohne Fuchsschwanz).
In dem riesigen Werksgelände - doppelt so groß wie Monaco oder so
groß wie 350 Fußball-felder - entstand im Jahr 2002 das derzeit modernste
Automobilwerk der Welt mit einer maximalen Jahreskapazität von 270.000
Automobilen. Die Investitionssumme betrug insgesamt ca. 750 Millionen
Euro. Fast 20.000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Davon sind 9.000
hochqualifizierte Ingenieure und Techniker. Ca. 3.000 sind in der
Entwicklung und im Design tätig.
Unsere
3-stündige Besichtigung startete mit dem Tour-Bus durch das gesamte
Werksgelände. In den Produktionshallen konnten wir zu Fuß von den
Galerien aus die einzelnen Fertigungsschritte bei laufendem Betrieb
beobachten. Im Presswerk kribbelte es unter den Füßen, wenn die Hightech-Kolosse
- so groß wie Einfamilienhäuser - mit einem Druck bis zu 6.500 Tonnen
die gestanzten Bleche zu millimetergenauen Formen bearbeiten. Übrigens
kommen die Coils von Thyssen-Krupp aus Dortmund.
In
einer perfekt inszenierten Choreographie des Robotersaales setzen
und schweißen bis zu 700 Roboterarme die einzelnen Karosserieteile
zusammen - tanzend wie in einem Ballett. Die Fertig- und Endmontage
bildet den Schluss des einheitlichen Produktionstaktes. Just in Time
werden die verschiedensten Modelle am Band mit vorgefertigten Baugruppen
bestückt.
Es gibt keine Serienproduktion. Auftragsbezogen nach Typ, Farbe und
Ausstattung werden die Komponenten nacheinander angeliefert und montiert.
Von der "Verlobung" wird gesprochen, wenn Motor, Getriebe u.a. in
das Chassi gesetzt werden. Oder wenn die Bodengruppe komplettiert
wird. Die "Hochzeit" findet statt, wenn die fertige Karosserie und
das Fahrwerk vollautomatisch zusammen gefügt werden. Die Besichtigung
des Innenausbaus der Pkw gehörte nicht zu unserem Besuchsprogramm.
In
den Hallen sind aufgrund des hohen Automatisierungsgrades wenige sogenannte
Werker. Dafür arbeiten im Hintergrund 9.000 Ingenieure und Techniker
an der Entwicklung der Fertigungsschritte und der Rechnerprogramme.
Einer unserer Reiseteilnehmer sagte: "Als ich all das hier gesehen
habe, bekam ich richtigen Respekt vor meinem Vectra".
Einen
schönen Abschluss dieser "Automobilreise" bildete die Fahrt durch
die kleinen Orte des Taunus mit dem Besuch einer Äppelwoi-Gaststätte
in Oberursel bei "Handkäs mit Musik" und Flammkuchen.
Friedhelm
Schmitt
Hier
noch einige Bilder: